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Wie der Lotus in die Eifel kam…

Lotus mit Ambiente

Ein Bericht von Petra Schiffels-Bollonia

Zu den 48 Basis-Essenzen gehört natürlich der Lotus. Nachdem Susanne und ich den Entschluss gefasst hatten, die 48 Basis-Essenzen neu herzustellen und zum Erwerb anzubieten, stellte sich daher die Frage, wo wir einen Lotus zur Herstellung der Essenz finden könnten. Anne hatte ihre Lotus-Essenz auf der Insel Bali hergestellt. Uns war sofort klar: “Das ist keine Option!”

Die diversen botanischen Gärten stürmten mein Hirn und letztendlich kristallisierte sich der Palmengarten in Frankfurt heraus. Auf der Internetseite war zu erfahren, dass es dort tatsächlich Lotusblüten zu bestaunen gab. Nur, wann blüht der Lotus und wie erkläre ich den zuständigen Mitarbeitern des Palmengartens, was ich vor habe? Und von diesen Herausforderungen mal ganz abgesehen, wie komme ich überhaupt an die Lotus-Blüte heran, ohne in den Teich eintauchen zu müssen? Und sollte ich besser in Frankfurt übernachten, um schon in der Frühe im Palmengarten sein zu können? Fragen über Fragen, die mich beschäftigten. Das waren zu viele Fragen auf einmal. Und das bei einer Essenz, die das Thema der Überforderung beinhaltet und inneren Gewahrsam fördert!

Dann kam die Eingebung, “Frag` doch mal das www” und siehe da: In Deutschland gibt es tatsächlich auf Lotus spezialisierte Gärtnereien. Das hätte ich nicht gedacht. Genauso wenig konnte ich mir vorstellen, dass es möglich ist, hier in der Eifel, noch dazu im Freien, einen Lotus zu kultivieren und zu überwintern. Aber ich wäre nicht ich, wenn es mich nicht gereizt hätte, genau dies auszuprobieren. Auf allen Informations-Seiten war zu lesen, dass Lotusrhizome nur bis Ende Mai versandt werden. Da es schon Anfang Juni war, machte mir das vorgerückte Frühjahr zusätzlichen Druck. Nachdem ich mich für “meinen” Lotus entschieden hatte, rief ich in der Gärtnerei an und der nette Herr am Telefon teilte mir mit, daß er es gerade noch so verantworten könne, einen Lotus auf die Reise zu schicken. Fünf Tage später war er da.

Zwischenzeitlich hatte ich mein Vorhaben mit Susanne besprochen, die zuerst etwas skeptisch blickte und sich dann aber mit einem kurzen “Ja, mach mal” auf mein Experiment einließ. Ich muss wohl nicht betonen, dass es keine Zufälle gibt. Da Susanne gerade mit der Renovierung ihres Fachwerkhauses beschäftigt war, konnte sie mir die zur Pflanzung eines Lotus notwendige Lehmerde zur Verfügung stellen. Der in der Anleitung beschriebene Mörtelkübel war auch schnell besorgt und so konnte ich starten. Da ja nun mein Ehrgeiz geweckt war, gab ich mich mit einer einfachen Kübelpflanzung nicht zufrieden, bei der der Kübel einfach so im Garten steht. Es sollte wie ein kleiner Teich aussehen und gleichzeitig eine gärtnerinnenfreundliche Möglichkeit der Überwinterung bieten. Also grub ich mit Hilfe meines Mannes den Mörtelkübel in die Wiese hinter unserem Haus ein. Ihr glaubt nicht, wie dicht und hart Gartenerde sein kann! Anschließend füllte ich den Kübel mit Susannes lehmiger Erde und setzte das Rhizom ganz andächtig, behutsam und mit viel Ehrfurcht ein.
Weiches Wasser drauf und warten.
Warten.
Warten, bis sich das trübe Wasser klärt; das dauerte ungefähr eine Woche.
Warten, bis sich irgend etwas zeigt.
Wie lange ich gewartet habe, bis sich eine Blattspitze an die Wasseroberfläche streckte, kann ich heute nicht mehr sagen, aber es war spannend. Jedes einzelne Blatt guckte ich aus dem Wasser und als sich die erste Blütenknospe zeigte, konnte ich es kaum fassen. Jeden Morgen, noch bevor ich zur Arbeit fuhr, ging ich hinaus zum Lotus, um nachzuschauen, wie sich die Blüte entwickelte.

Und als sie sich endlich öffnete und ich die erste Lotusessenz in der Eifel herstellen konnte, war ich gerührt und beseelt. Ganze zwei Blühten brachte er hervor. Unglaublich!

Damit hatte ich mein Ziel erreicht, aber würde der Lotus auch den Winter im Freien überleben? Ich traf verschiedene, wohlüberlegten Vorkehrungen einschließlich des Versprechens an den Lotus, dass er im folgenden Jahr mit einem schönen Ambiente belohnt wird, wenn er den Winter überleben würde. Gut eingepackt ging er also in seinen Winterschlaf, der bis zu den ersten wärmeren Tagen im April andauerte. Der erste Eindruck nach dem Winterschlaf war vielversprechend, das Wasser klar und nichts deutete auf ein Ableben hin.
Wieder war ich voll angespannter Neugierde und wartete. Es dauerte nicht lange und mein Lotus schien mir mit den ersten grünen Blattspitzen zuzurufen: “Hallo, hier bin ich und jetzt möchte ich Ambiente!”

Das hat er dann auch bekommen (siehe oben).

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